Erfahrungsbericht von Amina B.

Alter: 20 | Aufenthaltszeitraum: Juli 2012 – Juli 2013
Freiwilligenstelle: Alliance for Democracy in Africa (ADA) (ca. 10 Monate)

In den ersten vier Wochen war meine Familie mit mir vor Ort. Da mein Papa aus Gambia kommt, war ich bereits zum fünften Mal dort und konnte bei meinem Onkel und seiner Familie leben. Die Eingewöhnungszeit war deswegen sehr kurz, und ich habe mich schnell sehr wohlgefühlt, auch jetzt, wenn ich über Gambia rede, verwende ich oft versehentlich die Wörter „zu Hause“.

Anfangs lief all meine Kommunikation über Englisch, was keine Probleme darstellte, aber bei normalen Alltags-gesprächen verstand ich nichts. Als ich Wolof lernte, änderte sich dies, und ich bekam viel mehr von der Kultur mit. Auch so gab es kaum Schwierigkeiten, durch die verschiedenen Kulturen und Lebensweisen, ich habe mich schnell daran gewöhnt und einige kulturelle Gewohnheiten angenommen und in meinen Alltag eingebunden. Zum Beispiel keine Lebensmittel mit der linken Hand weiterzugeben (was auch abgesehen von den hygienischen Gründen als sehr unhöflich aufgefasst wird), freitags ein afrikanisches Kleid zu tragen usw.

Mitte September habe ich dann meine Freiwilligenstelle zugeordnet bekommen und dort begonnen. Der Name der Schule ist Sheikh Mass Kah Senior Secondary School Islamic Foundation in Bakau. Dort werden die Klassen 10 bis 12 auf die Abschlussprüfungen vorbereitet. Während meiner Zeit habe ich den Unterricht teilweise mitgestaltet, teilweise vor allem beobachtet und mit dem Lehrer reflektiert. Außerdem war ich etwas wie eine Krankenvertretung. Meine Unterrichtsfächer waren Mathematik und IT (Information Technology). In IT konnte ich vor allem die Practicals leiten, was heißt, dass ich mit den Schülern einfache Aufgaben in Microsoft-Word gelöst, einfache Befehle erklärt und vorgeführt und bei Fragen zur Seite gestanden habe. Im Mathematikunterricht habe ich vor allem, wenn der Lehrer nicht anwesend war, alte Themen wiederholt und etwas ausführlicher erklärt, sodass auch leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler eine Chance hatten, mitzukommen.

Vor meinem Gambia-Aufenthalt hatte ich andere Einstellungen zu Flexibilität, Geduld und Offenheit. Vor allem aber habe ich dort gelernt geduldig zu sein: Wenn man etwas vorhat, und es Stunden dauert, bis es losgeht, muss man Geduld und ein wenig Humor haben, um nicht zu verzweifeln.

All diese Aspekte haben meinen Freiwilligendienst für mich zu einer sehr wertvollen Erfahrung gemacht.