Schlagwort-Archive: 2012

DiBaDu und VolNet e.V. 2012

Es ist wieder Zeit für die ING-DiBA Aktion!

Im letzten Jahr konnte VolNet dank zahlreicher UnterstützerInnen ausreichend Stimmen sammeln, um unter die 1000 Erstplatzierten zu kommen, als Preis bekam der Verein 1000 €, die zu einem großen Teil in den Filmworkshop im Frühjahr 2012 geflossen sind. Die produzierten Filme sind auf unserem Youtube-Kanal zu sehen. DiBaDu und VolNet e.V. 2012 weiterlesen

Rückblick: Vorbereitungsseminar in Wünsdorf

Vom 17. bis zum 24. Juni 2012 veranstalteten wir ein Vorbereitungswochenende für die 5 zukünftige Freiwilligen, welche im Sommer/Herbst diesen Jahres ihre Reise nach Gambia antreten werden und dort 4 bis 12 Monate verbringen werden, um lokale Organisationen zu unterstützen. Geleitet wurde das Seminar von Christian Weinert, der neben seiner ehrenamtlichen Tätigkeit bei VolNet e.V. freiberuflicher Seminarleiter ist, mit Unterstützung von Anett Schädlich, Vereinsmitglied und Studentin der Ethnologie. Hilfe bekamen die beiden von der ehemaligen Freiwilligen Maria, welche erst vor 4 Wochen als VolNet-Freiwillige aus Gambia zurückgekehrt war und voller lebendiger Erinnerungen den TeilnehmerInnen ihre Fragen beantworten konnte. Rückblick: Vorbereitungsseminar in Wünsdorf weiterlesen

Rückblick: Filmvorführung in Leipzig

Die Vorführung in Leipzig war ein voller Erfolg! Mehr als 50 Menschen kamen zusammen um sich die beiden Filme anzuschauen, das Making-Of zu sehen und dann noch kurz über VolNet, das Filmprojekt und Filme in der Bildungsarbeit zu reden. Rückblick: Filmvorführung in Leipzig weiterlesen

Filmvorführung in Leipzig

Filmvorführung in Leipzig

Nach der erfolgreichen Premiere der deutsch-gambischen Filmproduktionen auf der VolNet Jahresveranstaltung am 19. Mai wollen wir die zwei Filme „Kajay Kurango“ und „Sirra Nfeng ma“ auch in Leipzig zeigen.

Daher wird es am 26.06.2012 um 19.00 Uhr im »GWZ (Hörsaal unten rechts) eine Filmvorführung mit anschließendem Gespräch mit u.a. einem Koordinator des Filmworkshops sowie einem VolNet-Mitglied geben. Filmvorführung in Leipzig weiterlesen

Erfahrungsbericht von Maria H.

Alter: 26 | Aufenthaltszeitraum: 30.11.2011 – 24.04.2012
Freiwilligenstellen: Nursery School in Gunjur (4 Monate), Umweltorganisation GEPADG (1 Monat)

Vor meiner Zeit in Gambia habe ich mich als fast vorurteilsfreie Person gesehen. Durch meinen Freiwilligendienst habe ich für mich gelernt, dass auch ich nicht gefeit davor bin.
Ich habe Dinge zugeschrieben und kategorisiert. Dadurch bin ich doch teilweise recht vorurteilsbehaftet und mit fixen Meinungen durch die gambische Gesellschaft gestiefelt und bin meinem Gegenüber nicht offen begegnet. Klar, man möchte das Fremde verstehen und legt sich seine eigenen Erklärungen und Raster zurecht. Dass man damit aber meilenweit danebenliegen kann, habe ich während meines Gambiaaufenthaltes eindrucksvoll erlebt.
Ich habe irgendwann angefangen, viele zu fragen, ihnen meine Erlebnisse und Eindrücke beschrieben. So ist mir bewusst geworden, dass ich mit meinem (deutschen) Kopf vieles anders interpretiere und wahrnehme als es gemeint ist. Ohne direkten Austausch kann man nicht verstehen. Im Nachhinein finde ich es schade, nicht bereits in der Anfangszeit diesen Austausch betrieben zu haben.
Außerdem habe ich mir stets ins Gedächtnis gerufen, dass ich auf Individuen treffe, jeder davon mit seiner eigenen einzigartigen Persönlichkeit unterwegs ist und nichts für „die Gambier“ gilt. Erst dann habe ich wirklich ehrliches Interesse an den Menschen entwickeln können.
Wichtig ist auch, als Freiwilliger keine Angst vor „kulturellen Fettnäpfchen“ zu haben und deshalb übervorsichtig werden. Das heißt, wir kennen die gambischen Umgangsregeln usw. nicht und es ist okay, wenn wir Dinge so tun, wie wir sie gewohnt sind. Außerdem ist es auch gar nicht nötig, sich vollkommen gambisch zu verhalten. Klar sind wir Gast in einer anderen Kultur. Um Teil zu werden, müssen wir uns in gewissem Maße anpassen. Aber ich hatte nie das Gefühl, dass ich meine Art vollkommen ablegen musste, sondern erlebte eher, dass diese geschätzt oder zumindest akzeptiert wurde.
Zurück in Deutschland kam es mir wie ein vollkommener Neuanfang vor. Die neuen Erfahrungen, Gedanken, Sichtweisen und Bedürfnisse müssen mit dem Leben hier in Einklang gebracht werden. Das brauchte bei mir sehr viel Zeit. Ankommen und in Ruhe gucken, was passt und was nicht, und dann daraus etwas machen. Bevor irgendwelche zukunftsweisenden Entscheidungen getroffen werden, würde ich mir nun nach solch einem Aufenthalt immer mindestens einen Monat Zeit lassen.
Das sind meine wichtigsten Erkenntnisse, die ich von meinem Aufenthalt im schönen Gambia mitgenommen habe. Es war eine herausfordernde und schöne Zeit, die ich nicht missen möchte. Ich habe meinen Horizont erweitern können und durch meine Anwesenheit und die Interaktion konnten dies sicher auch einige Gambier. Das ist, was für mich meinen Freiwilligendienst sinnvoll gemacht hat.

Erfahrungsbericht von Philipp K.

Alter: 21 | Aufenthaltszeitraum: 01.12.2011 – 31.03.2012
Freiwilligenstelle: Upper Basic School in Gunjur

Ich habe in der Upper Basic School in Gunjur gearbeitet. Dort durfte ich in der siebten Klasse den Englischunterricht begleiten und bereits nach einer Woche vollkommen selbstständig und alleine unterrichten. Die ganze Zeit wurde ich sehr gut von dem Fachbereichsleiter der Sprachen, betreut und er hat sich immer Zeit für meine Fragen und Anliegen genommen. Von den Schülern wurde ich auch als Lehrer angenommen und die Zusammenarbeit mit dem gesamten Lehrkörper der Schule war äußerst positiv.
Da Sulayman Sambou, kurz Saul, und ich uns sehr schnell sehr gut verstanden haben, war es für mich immer schön ihm in irgendeiner Form unter die Arme zu greifen. Sei es seinen Computer einzurichten, Protokolle zu korrigieren oder an Kliniktagen die Anmeldung der Patienten und das Wechseln der Verbände zu erledigen. Im März gründete ich dann mit Saul die Jugendgruppe von Gunjur, in der ich immer noch Hintergrundarbeit leiste und im steten Kontakt mit den Mitgliedern bin.
Ich habe in Sambou Kunda, Sauls Compound, gewohnt. Dort habe ich mich recht schnell eingelebt und wurde vollständig in die Familie eingegliedert. Ich habe immer viel mit meinen Brüdern (…) gemacht. Jedes Mal wenn ich nach Sambou Kunda gekommen bin, hatte ich wirklich das Gefühl: „Jetzt bist du endlich zu Hause“. Ohne meine Gastfamilie wäre die Zeit in Gambia nur halb so schön gewesen, denn durch sie habe ich auch viele Dinge erlebt und gelernt, die mir sonst entgangen wären. Am Abend kamen wir alle zusammen und haben nach dem Essen meist noch stundenlang draußen gesessen und Ataya-Tee gekocht. (Als sie realisiert haben, dass ich Ataya kochen kann, musste ich fast jeden Abend ran.)
Ich bin sehr froh, dass ich mich für VolNet entschieden hab und ihr euch für mich entschieden habt. Was mich sofort überzeugt hat, war dieses vertraute Gefühl bei VolNet und natürlich auch der Punkt, dass die Freiwilligen in Gastfamilien untergebracht werden.